Endlich ab ins Lager

Jetzt kommt sie wieder, die erlebnisreiche Lagerzeit. Seien es Reitlager, Fussballcamps, Pfingstlager oder sonstige ein tolle Ferienlager. Raus aus dem Schulalltag, hinein ins Abenteuer! Viel Neues und Aufregendes erleben, draussen in der Natur sein oder den ganzen Tag dem geliebten Hobby frönen!  Für die Kinder hört sich das meist grandios an. Für uns Mütter bedeutet dies, dass wir vorher eine organisatorische Meisterleistung vollbringen dürfen. Lesen Sie hier, wie unsere Familie sich auf die kommende Lagerzeit vorbereitet…

 

Analyse des Kleiderschrankes

 

 

Da es mir als Mama von drei Kindern echt zu viel Arbeit ist, wird der Papa am Wochenende kurzerhand miteingespannt. Er übernimmt unseren Sohn, der ins Fussballcamp geht und ich die Mädchen, welche gemeinsam ins Reitlager fahren. Als erstes gehen wir, mit Block und Stift ausgestattet, alle Kleidungsstücke durch und schreiben auf, was wir noch alles benötigen. Die Grosse braucht definitiv neue Reithosen, die Kleine darf (muss) die alten der Schwester anziehen. Auch die Stiefel sind zu klein geworden. Eine Fleece-Jacke und wärmende Gilets brauchen wir auch noch. Die Liste wird länger und länger. Im andern Zimmer schreiben Papa und Sohn ebenfalls eifrig ihre Einkaufsliste. Da kommt schon noch einiges zusammen. Für unsere Jüngste brauchen wir auch noch die Basisausrüstung wie Schlafsack, Reisetasche und ein Necessaire, da sie zum ersten Mal mit ins Lager fährt.

 

Was, wenn ein Kind mehr Angst als Lager-Vorfreude empfindet?

 

Die beiden Grösseren freuen sich sehr aufs Lager und sind richtig aufgedreht. Mit Enthusiasmus sind sie beim Einkaufen und den Vorbereitungen dabei. Die Kleine, vier Jahre alt, lässt sich von der spürbaren Vorfreude der Älteren anstecken. Doch sie wirkt unsicher. Sie weiss noch nicht, was auf sie zukommt und das Ungewisse macht ihr Angst. Durch die zwei Tage Kita ist sie gewohnt an die Abwesenheit von Mama, Geschwister und Papa. Allerdings hat sie noch nie auswärts übernachtet.

 

Nachts weg von Zuhause will geübt sein

 

 

Nachdem wir für die Jüngste sämtliche Übernachtungsutensilien eingekauft haben und alles vorbereitet ist, werden wir das Auswärts-schlafen üben. So dass sich das Mädchen ohne Zeitdruck daran gewöhnen und das Ganze als etwas Positives erleben kann. Die Familie ihrer besten Freundin kennt das Thema aus eigener Erfahrung gut; sie sind gerne bereit, uns zu unterstützen. Wir wählen einen Freitagabend aus, damit der nächste Morgen für die ganze Familie entspannt starten kann. Mit der Gastfamilie vereinbaren wir, dass wir die ganze Nacht erreichbar sind, falls Heimweh aufkommt und unsere Tochter nicht schlafen kann würden. Im Notfall würden wir sie eben im Pyjama abholen. Auf einmal bin ich selbst ein wenig nervös - obwohl ich weiss, dass dieser Entwicklungsschritt für das Kind sehr wichtig ist und auch, dass ich selbst ruhig und gelassen bleibe. So verabschieden wir unsere Tochter. Das Handy bleibt die ganze Nacht an, klingelt aber nicht. Am Samstag kommt das Mädchen freudestrahlend zurück - um eine weitere wichtige und gute Erfahrung reicher! Wir wiederholen das Prozedere noch einige Male, bis wir alle ein gutes Gefühl haben.

 

Lagerzeit ist Auszeit!

 

 

Obwohl wir alles sehr gut vorbereitet haben kommt am Tag der Abreise doch noch Hektik auf. Schliesslich schaffen wir es doch, mit allen drei Kindern pünktlich am Lagertreffpunkt zu erscheinen und uns von der Jungmannschaft zu verabschieden. Ich halte unsere Kleinste ein wenig länger umarmt als sonst, doch ich bin zuversichtlich. Es hilft natürlich sehr, dass die grössere Schwester mit dabei ist. Etwas später kommen mein Mann und ich zurück ins leere Haus und geniessen zuerst einmal die ungewohnte Ruhe. Natürlich sind unsere Handys ständig auf Empfang, falls etwas wäre... Doch die ganze Woche hören wir nichts von unseren Kindern. Offenbar geht’s ihnen prächtig. Wir geniessen die kinderfreien Tage und machen uns eine schöne Paar-Zeit. Am Schluss bin ich es, die ein wenig Heimweh nach den Kindern bekommt, was auch gut ist. Das nächste Mal, wenn sie mich zur Weissglut treiben, denke ich einfach an die nächste Lager-Auszeit!


Sie lesen gerade: Endlich ab ins Lager!