Elternsein ist heutzutage einfach anstrengend. Klar, liebt man seine Kinder über alles und würde sie gegen nichts auf der Welt eintauschen, denn sie geben so viel Liebe und Zuneigung, bringen zum Lachen und machen Mama und Papa richtig stolz, doch leider rauben sie ihnen auch hin und wieder die letzten Nerven und Kräfte.

Kinder, Job, Termine, Haushalt, Kochen, Hausaufgaben, Chaos, Schlafmangel, Verpflichtungen, Krankheiten, Streitereien, Lärm und noch vieles mehr, alles unter einen Hut zu bringen, ist definitiv eine Herausforderung, die nicht gerade einfach zu meistern ist. Als Mama und Papa ist man vielen Belastungen ausgesetzt und leider findet man nicht immer die Zeit, sich von dem ganzen Stress zu erholen.

Wenn einem alles zu viel wird, man sich gestresst, müde, genervt und hilflos fühlt, ist es wichtig, Stopp zu sagen, sich bewusst zu entspannen, zu relaxen und mehr Gelassenheit in den Alltag zu bringen. Stress kann sich negativ auf die Gesundheit auswirken, weshalb es wichtig ist, ihn rechtzeitig in den Griff zu bekommen.

Warum heutzutage viele Eltern unter konstanten Stress leiden und Tipps zum Entspannen, Stress abbauen und Relaxen gibt es hier.


Warum es heute anstrengender für Eltern ist, Kinder zu haben: Woher kommt der Stress und wie wird man ihn wieder los?

Immer mehr Familien fühlen sich überlastet und stossen an ihre Grenzen. Meistens startet es mit den Mamas, die komplett ausgebrannt sind und schon beginnt ein Teufelskreis, der noch mehr Stress in die Familie bringt. Die Stabilität der Mütter ist für Familien ganz besonders wichtig, doch leider gibt es immer mehr, die einfach nicht mehr können.

Heutzutage sind Mamas erschöpfter und auch öfters von Zukunftsangst geplagt, als es noch vor zehn Jahren der Fall war. Unzählige Fragen, wie: "Kann ich das alles alleine schaffen? Verdienen wir genug Geld, um die Familie über Wasser zu halten? Wo werden unsere Kinder mal landen? Wird unsere Ehe halten?", verursachen einfach Stress. Fast ein Viertel der Mütter sind so überlastet, dass sie Behandlungen benötigen und weitere 30 Prozent fühlen sich kurz vor einem Zusammenbruch. Doch warum ist das Kinderhaben so anstrengend geworden?

Das Leben hat sich verändert: Mehr Stress, weniger Entspannung

Das Leben hat sich in den letzten zehn bis dreissig Jahren einfach total verändert. Wo Mamas früher Zuhause waren und sich nur um Haushalt und Kinder kümmern mussten, sind sie heute zu sehr oft berufstätig. Ausserdem gibt es immer mehr alleinerziehende Mütter, die Job, Kinder und Haushalt alleine meistern müssen.

Doch auch die Anforderungen an die Eltern sind über die Jahre enorm gestiegen. Schulen erwarten, dass Eltern Nachhilfe geben oder in den Hort- und Kindergartenferien plötzlich eine Ersatzbetreuung herbeizaubern. Zudem wünschen sich viele Frauen, neben der Familie eine Karriere, da sie heutzutage mehr Chancen im Beruf haben als je zuvor, was auch gut so ist. Doch leider haben trotzdem viele, teilweise auch gut qualifizierte Frauen, befristete Arbeitsverträge, sind nur geringfügig angestellt und verdienen durchschnittlich wenig Geld, was vor allem alleinerziehende Mütter stark belastet.

Der Stress, mit den Erwartungen der Gesellschaft mitzuhalten

Aber auch Mamas, die sich keine Sorgen um Ehe und Geld machen müssen, fühlen sich oft überfordert, weil die Ansprüche an sie einfach enorm gewachsen sind. Erziehen ist heutzutage eine Reise ohne Landkarte. Wo früher noch die Basics völlig ausreichend waren: Satt sollten die Kids sein, in der Schule nicht komplett versagen und halbwegs saubere Kleidung tragen, muss man sich heute schon um den Titel "Versagereltern" sorgen, wenn das Kind mit vier Jahren noch nicht flüssig liest, kein Vegetarier ist oder die Nachbarin wieder einmal nicht ordnungsgemäss gegrüsst hat.  

Die Kinder sollen alle fit sein, Hobbies haben, gut in der Schule sein, erfolgreich und sozial kompetent sein, mit den neuesten Trends mithalten, mit elektronischen Geräten ausgestattet und immer schön gekleidet sein. Alles zusammen fühlt sich oftmals an, wie ein täglicher Marathon. Auch, dass die Kids stundenlang mit Nachbarskindern im Freien spielen, im Haushalt anständig mitanpacken, sich selbst beschäftigten und aufeinander aufpassen, ist heute leider nur noch selten der Fall.

Mama und Papa sind Superhelden - Doch auch Superhelden müssen sich hin und wieder entspannen!

Mama ist Entertainer, beste Freundin, Köchin, Schwester, Taxi, Nachhilfe, Hausfrau und Sponsor zugleich. In vielen Mutter-Kind-Kuren ist das Loslassen des Perfektionismus deshalb auch ein äusserst wichtiges und zentrales Thema.

 Doch auch viele Väter fühlen sich heutzutage hilflos. Sie leiden unter der Unvereinbarkeit von Kinder und Job, denn viele von ihnen arbeiten mehr, sobald sie Kinder bekommen. Doch nicht, weil sie von dem ganzen Trubel zu Hause fliehen wollen, wie es ihnen meistens unterstellt wird, sondern weil sie sich finanziell verantwortlich für ihre Familie fühlen.

Um solche Erschöpfungszustände zu reduzieren oder gar zu vermeiden, ist es für Eltern unglaublich wichtig, sich regelmässig zu entspannen, sich Auszeiten zu gönnen und einfach hin und wieder zu relaxen. Die besten Tipps dazu gibt es hier zu lesen.


Die besten Tipps für gestresste Eltern

Stress gehört zum Leben, doch wenn der Stress überwiegt und sich negativ auf die mentale und physische Gesundheit auswirkt, ist es wichtig, rechtzeitig Massnahmen zu ergreifen und sich zu entspannen. Es gibt viele Wege, die helfen, sich nicht vom Stress kleinkriegen zu lassen. Diese Tipps helfen gestressten und erschöpften Eltern, wieder richtig Kraft zu tanken und mehr Gelassenheit in ihren stressigen Alltag zu bringen. Oft sind es schon kleine Veränderungen, die grosse Unterschiede machen.

1. Rechtzeitig "Nein" sagen

Niemand hat etwas davon, wenn man sich zu viele Aufgaben aufbürdet und man mit allem zusammen nur noch überfordert ist. "Nein" zu sagen ist nicht immer so einfach und dennoch ist es oftmals notwendig, sich von Verpflichtungen, die nicht gerade notwendig sind, zu befreien. Man kann nur so viel schaffen, wie man schaffen kann. Mehr geht nicht! Wenn die Familie dann einmal drei Tage Reste essen muss oder es ab und zu ein Fertiggericht gibt, wird dadurch keiner an Skorbut erkranken.

2. Hektik vermeiden

Hektik ist definitiv ein Faktor für Stress. Doch Hektik lässt sich oft durch gute Planung vermeiden. Man sollte alles Planbare möglichst frühzeitig erledigen und sich immer genügend Zeitraum geben, um am Ende nicht in Stress zu geraten. Es kann auch helfen, sich alle zu erledigenden Aufgaben aufzuschreiben und sie so schrittweise zu reduzieren. Wenn man alle Tasks und Verpflichtungen einmal auf Papier hat, erhält man eine gute Übersicht, was denn wirklich sofort erledigt werden muss oder was noch warten kann.

3. Entspannen und durchatmen

Unser Körper reagiert auf Stress: Der Herzschlag beschleunigt sich, die Muskeln spannen sich an, klar zu denken wird immer schwieriger und irgendwann sind schon die kleinsten Dinge viel zu viel. Wenn sich der Körper im Ungleichgewicht befindet, verbraucht er viel mehr Energie. Hier hilft nur noch Entspannung! Sobald man merkt, dass eine Stresssituation eintritt, sollte man mit Atmungs- und Entspannungsübungen versuchen, seinen Körper zu beruhigen. Zehn Minuten im Freien spazieren, eine heisse Dusche oder ein Schaumbad können ebenfalls helfen, wieder runter zu kommen.

4. Schwerwiegende Konflikte lösen

Ärger in sich hineinzufressen, tut keinem gut. Schliesslich hat niemand Lust auf dicke Luft, vor allem nicht in der Familie. Wenn ungelöste Konflikte belasten, sollte man sich damit auseinandersetzen und sie abschliessen. Wenn man sie auf sich beruhen lassen will, dann sollte man sie aber auch nicht wieder aufwärmen, sondern sie einfach vergessen und loslassen.

5. Einen Gang runterschalten

Wer andauernd unter Hochdruck steht, verursacht Hektik und Stress im Alltag. Das Mittagessen wird in Höchstgeschwindigkeit runtergeschlungen und die Zähne statt zwei Minuten nur noch 30 Sekunden geputzt. Alles ist nur noch ein Herumgehetze. Die körperliche Hektik belastet natürlich auch die Psyche und negative Gefühle werden verstärkt. Wenn man merkt, dass man stressbedingt beschleunigt, sollte man bewusst versuchen, das Tempo runterzuschalten. Sich Zeit beim Kochen lassen, langsamer zu sprechen, sich kontrolliert zu bewegen und tief zu atmen ist oft schwieriger als man denkt.

6. Malstunde mit Kindern

Mandalas auszumalen entspannt nicht nur Kinder, sondern auch Erwachsene. Wie wäre es mit einer täglichen Malstunde oder einer Malstunde am Wochenende? Beruhigende Musik im Hintergrund, ein Obstteller und gemeinsam malen kann richtig entspannend und schön sein. 

7. Positiv denken

Auch wenn es wie eine Binsenweisheit klingt, kann positives Denken grosse Wirkungen erzeugen. Es gibt Tage, an denen man alles nur noch negativ sieht. An solchen Tagen ist es jedoch wichtig, zu versuchen, die positiven Seiten zu finden. Wer sich schon von vorne herein einredet, dass heute einfach alles schiefgeht und Geplantes nicht machbar ist, wird es auch vermutlich nicht schaffen. Wenn man Aufgaben als bedrohlich wahrnimmt, wird bereits Stress ausgelöst. Negative Gedanken positiv umzuformen kann die gesamte Einstellung verändern und Stress abbauen.

8. Hilfe annehmen und danach fragen

Es gibt immer wieder Momente, wo Hilfe angeboten wird, jedoch lehnt man diese gerne ab, da man niemandem extra Arbeit aufbürden möchte. Doch es ist in Ordnung, Hilfe anzunehmen und nach zu Hilfe zu fragen, wenn man sie braucht. Davor sollte man sich keines Falles scheuen. Auch wenn die Kinder ab und zu im Haushalt mithelfen müssen oder man den Partner mal darum bittet, den Abwasch oder das Kochen zu übernehmen, ist das auch in Ordnung.

9. Lachen und Spass haben

Lachen ist die beste Medizin. Wer nicht daran glaubt, sollte es unbedingt mal versuchen. Einfach darauf loslachen - auch wenn einem nicht danach ist - Mundwinkel hochziehen und weiter lachen. Danach fühlt man sich wieder so richtig befreit und entspannt und man erinnert sich, dass man sich das Leben oft selbst schwierig macht. Lachen baut Stresshormone ab, auch wenn man das Lachen vortäuscht und seine Mundwinkel mit Gewalt hochzieht, denn das Gehirn kennt hierbei keinen Unterschied.

10. Sich Auszeiten gönnen

Mindestens drei Mal am Tag für 30 Minuten nichts machen sollte auch bei Mamas und Papas drin sein. Es ist wichtig, sich Auszeiten zu schaffen und diese sinnvoll zu nutzen. Wenn das Kind einen Mittagsschlaf macht oder sich gerade selbst beschäftigt sollte man sich aktiv Zeit für sich selbst nehmen. Füsse hochlagern, Tee trinken und durch die Lieblingszeitschrift blättern oder einfach auf der Terrasse sitzen, dem Vogelgezwitscher lauschen und Sonne tanken. Wer Pausen richtig macht, kann daraus viel Kraft und Energie für den Alltag schöpfen.  

11. Die Routine ändern

Jeden Tag dieselbe Alltagsroutine kann ebenfalls Stress und negative Gefühle auslösen. Ausserdem will man dann irgendwann auch einfach nicht mehr und es wird immer schwieriger, sich für die Arbeit aufzuraffen. Die Routine sollte deshalb unbedingt hin und wieder geändert werden. Vielleicht mal einen Tag das Smartphone in der Tasche lassen, statt Kaffee mal Tee trinken, nach dem Essen mit der Familie spazieren gehen oder sich nach dem Aufräumen der Küche mal für 30 Minuten hinsetzen. Ganz egal, wie klein die Veränderungen sind, sie können bereits grosse Unterschiede bewirken.

12. Bewegung tut nicht nur dem Körper, sondern auch der Seele gut

Bewegung hilft Stress abzubauen. Regelmässige Bewegung an der frischen Luft ist für Eltern und auch Kinder extrem wichtig. Ganz egal, ob gemeinsam Yoga machen, ein flotter Spaziergang, Gymnastik oder eine Radtour - Powert euch gemeinsam so richtig aus! Danach fühlt ihr euch ganz automatisch viel ausgeglichener und ruhiger.

13. Musik hören

Musik kann auf verschiedenste Arten und Weisen helfen, sich zu entspannen, abzuschalten und wieder neue Energie und Motivation zu tanken. Instrumentalmusik und konstante Rhythmen entspannen den Körper und beruhigen die Atmung. Laute und fröhliche Musik macht richtig glücklich, vor allem, wenn man kräftig mitsingt, tanzt und seinen Frust und Stress dabei abbaut.

14. Licht tanken

Regelmässig Sonne tanken ist unglaublich wichtig, denn Sonnenlicht ist einer der wichtigsten Energielieferanten für unseren Körper. Auch ein Spaziergang bei trübem Wetter wirkt, denn draussen ist es noch immer deutlich heller als in den meisten Wohnungen und Büros. Für Kinder ist es ganz besonders wichtig, viel Zeit an der frischen Luft zu verbringen. Mindestens einmal täglich sollte man deshalb immer raus, auch wenn es nur der Balkon ist.

15. Vom Perfektionismus loslassen

Der wichtigste und letzte Tipp ist es, sich vom Perfektionismus loszulösen. Niemand ist perfekt. Sich zu hohe Ansprüche zu stellen, wie beispielsweise alles richtig machen zu wollen, kann zur Dauerbelastung werden. Auch wenn man hin und wieder der "perfekten" Mama über den Weg läuft, ist das ein trügender Schein. Man sollte nicht an sich selbst zweifeln oder einem selbst auferlegten Ideal hinterher rennen, denn genau so macht man sich selbst auf Dauer unglücklich. Wer sich vom Perfektionismus löst, nimmt sich eine ganze Ladung Druck von den Schultern. Man sollte sich immer wieder selbst lieben und loben und sich daran erinnern, dass man einzigartig und besonders ist. Ein bisschen Chaos im Leben ist ein wichtiger Bestandteil einer jeden Familie. Kein Haushalt muss perfekt sein. Wäre doch auch echt langweilig!


Fazit

Immer wieder stösst man an seine Grenzen und befürchtet, wieder einmal nicht das Allerbeste aus sich herausgeholt zu haben. Sei es im Home Office mit Kindern oder am Wochenende, weil die vielen Pläne mal wieder nicht aufgingen. Sobald man merkt, hektischer, ungeduldiger und schlechter gelaunt zu werden, sollte man jedoch rechtzeitig Massnahmen ergreifen.

Nicht alle Tage sind gut und produktiv. Es gibt auch schlechte Tage, wo wir so richtig faul sein möchten und das müssen wir auch hin und wieder akzeptieren und uns die Erlaubnis dafür geben. Doch wenn der Alltag nur noch stressig ist und man sich komplett überfordert fühlt, ist es wichtig, sich zu entspannen und zu erholen.

Man sollte sich überlegen, was denn wirklich notwendig und relevant ist und in was man sich eigentlich schon wieder grundlos hineinsteigert. Menschen existieren seit Jahrtausenden. Wie lebensnotwenig ist das, was wieder einmal so stark an den Nerven knabbert?

Kinder brauchen Liebe, Lob und Aufmerksamkeit. Sie brauchen Essen und Trinken, ein Zuhause, Bildung, doch alles andere ist mehr oder weniger Luxus. Auch wenn die Kids mal zwei Tage dasselbe T-Shirt anhaben, die Zehennägel wieder mal zu lange sind und die Kleiderkästen aussehen, als hätten Bomben eingeschlagen, ist das nun mal so. Manchmal ist es weit entfernt von perfekt, doch so ist nun mal das Leben!


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